Motorsteuergerät durch Pfusch zerstört

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    • Motorsteuergerät durch Pfusch zerstört

      Ein Bekannter rief kürzlich an, und bat mich um Hilfe, weil sein T4 TDI plötzlich stehengeblieben ist, und sich nicht mehr starten ließ.
      Nach dem Einschalten der Zündung klapperte das Relais 109, was schon mal ganz ungewöhnlich ist.

      Da wir zwei nahezu identische Fahrzeuge hatten, konnten zumindest die Relais hin- und hergetauscht werden, was aber erfolglos blieb.
      Nachdem sich das Motorsteuergerät auch nicht auslesen ließ - es kam erst gar keine Verbindung zustande - haben wir uns das Teil mal genauer angesehen.
      Schon beim lösen des 68-poligen Steckers fiel mir auf, dass die drei Minus-Leitungen an einem Ende des Steckers angeschmort waren, was auf einen gewaltigen Überstrom schließen lässt.
      Die Masseverbindungen an sich waren aber allesamt in Ordnung, also wurde das Steuergerät geöffnet.....

      Ein Geruch von Tod und Teufel kam uns entgegen, nachdem der Deckel ab war, nur sah man auf den ersten Blick nichts Verbranntes im Innern.
      Außerdem hätte ja auch eine der Plus-Leitungen zum Steuergerät angeschmort sein müssen, denn wo sonst hätte der Strom herkommen sollen, der die Minusleitungen gegrillt hat ?
      Aber da war alles in Ordnung.

      Nachdem alles nochmal überprüft war, insbesondere die Stromaufnahme des Steuergeräts, wagten wir den Versuch mit dem Steuergerät aus meinem T4 noch einmal.
      Das große Zittern begann, wird´s funktionieren, oder haben wir am Ende zwei defekte Steuergeräte ?
      Also Zündung an, Relais 109 zieht an, Vorglühkontrolle brennt, alles wie es sein soll.
      Dann starten - und der Motor springt an ! Natürlich nur ganz kurz, denn die Wegfahrsperre war ja nicht an mein Steuergerät angepasst.
      Damit war klar, dass das Motorsteuergerät der Übeltäter war.

      Zufällig fiel mir bei der Aktion ein Kabel mit einem blanken 9,5mm Flachstecker auf, dass lose im Batteriekasten baumelte - und da war richtig Dampf drauf !
      Es war das Plus-Kabel zur nachträglich eingebauten Zweitbatterie, das ursprünglich auf dem Trennrelais im Motorraum steckte.
      Während der Fahrt hat es sich gelöst, und kam mit dem Metall-Gehäuse des Motosteuergeräts in Verbindung.
      Das Gehäuse ist üblicherweise mit dem Minus-Anschluss verbunden, was aber beim defekten Steuergerät nicht mehr der Fall war.
      Der Strom aus der abgefallenen Leitung floss also vom Gehäuse über die Platine zu den Minusanschlüssen des 68-poligen Steckers, und von dort nach Masse.
      Das Steuergerät war sozusagen die Sicherung, sonst wäre wohl noch viel mehr passiert.

      Der Bekannte hatte den Wagen so gekauft, und nach näherem Hinsehen haben wir uns dazu entschlossen, die gesamte Zusatz-Elektrik gründlich zu überarbeiten.
      Mit einem "neuen" Steuergerät (= repariertes Austauschteil zum guten Preis) lief der Motor wieder einwandfrei.